gorilaura

Back in Japan

Kurze Selbstreflexion 22. Juni 2012

Filed under: Kurioses,Uncategorized — loerchen @ 2:08 am

Du merkst, dass du zu lange hier bist, wenn…

  • Du es für ein ernstahftes Problem hälst, wenn der Rausche-Knopf auf der Toilette, der ca 20 Sekunden einen Sturzbach von sich gibt, um die eigenen Geräusche beim Verrichten von Geschäften zu übertönen, kaputt ist und du nun nicht weißt, wie du selbst nur dein kleines Geschäft verrichten sollst. Dich könnte ja jemand hören!!
  • Dir gesagt wird (nachdem gestern endlich auf der Arbeit auf Sommerkleidung umgestellt wurde), dass dir der Kimono besser steht und du seltsam aussiehst in Hose und T-Shirt!
  • Du im Aufzug Selbstgespräche auf Japanisch führst und erst am Ende merkst und dich fragst, warum du das machst.
  • Du im Zug im Stehen einschläfst und 2min vor deiner Zielhaltestelle aufwachst. Optional auch zwischen Unterrichtstunden, im Unterricht oder wo sich sonst die Möglichkeit für Minutenschlaf bietet. Verursacht dadurch, dass du dich an die allgemeine Durchschnittsschlafzeit von ca 6std angepasst hast.
  • Du beginnst Natto zu mögen (http://de.wikipedia.org/wiki/Natt%C5%8D).
  • Du anfängst selbst die blödesten Witze in D0ramas lustig zu finden(http://de.wikipedia.org/wiki/Dorama), du es nicht seltsam findest, dass im Schnitt 14jährige in einer Boygroup namens Sexy Zone zusammen singen und du Rola tatsächlich süß findest (siehe unten)
  • du weder bei Erdbeben noch bei riesigen Killerbienen (Größe ab 4cm aufwärts und wenn man von denen gestochen wird, stirbt man sehr wahrscheinlich:…ah, habs grad auf wiki nachgelesen. Die Dinger sind japanische Riesen-Hornissen auf deutsch: http://de.wikipedia.org/wiki/Asiatische_Riesenhornisse), die in deinem Zimmer umherfliegen, in Panik gerätst…
  • du beginnst, 4Euro für nen Kaffee und 3Euro für einen Apfel günstig zu finden
  • du genau so wie die Japaner nach zwei Bier schon betrunken bist

 

 

Achja, so manchmal muss man sich mal vor Augen führen, woran man sich so gewöhnt, was man vorher für undenkbar gehalten hätte.

Nächste Woche habe ich große Japanischprüfung und muss deshalb viel lernen. Zudem muss ich Ende des Semesters einen Vortrag über japanische Atomkraft halten und da ich das eh (zwar alles auf Japanisch) einmal recherchieren und runterschreiben muss, überleg ich gerade, ob ich dann nicht dazu hier auch noch was schreibe. Mal schaun.

Mein Gott, wie schnell momentan die Zeit vergeht… Ich hoff, ich schaff es, mich bald wieder zu melden.

Liebeste Grüße!

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Memo an mich: 19. Oktober 2011

Filed under: Kurioses — loerchen @ 8:32 am

Also dieser Eintrag geht leider nicht über die schöne Herbstlandschaft, da die Wanderung buchstäblich ins Wasser gefallen ist.

Deshalb habe ich das Wochenende genutzt, um in Ruhe und ohne Zeitdruck zu lernen. Ich hab zwischendurch Filme geschaut und einfach mal nichts Großartiges unternommen. Von Montag bis heute hatte ich dann jeden Tag Tests. Und zwar wichtige Tests, die alle eine größere Prozentzahl meiner Endnote ausmachten. Dementsprechend war es recht stressig und ich bin nicht zu viel gekommen, außer schlafen, essen und lernen. Deshalb dachte ich mir heute, geh ich mal 1-2Stunden durch Shibuya. Das liegt ja eh auf dem Heimweg und dann kann ich direkt noch ein paar Sachen besorgen. …Nun vor ca 3 Wochen hatte ich in Shibuya abends auf einmal einen Fotoapperat im Gesicht und bin angesprochen worden, ob ich denn modeln möchte *räusper*. Ja, es ist lächerlich, ich weiß. Und es ist auch nichts drauß geworden XD

Heute habe ich mich dann zwischendurch auf so einen kleinen Zaun gesetzt, der die Menschen davon abhält, auf die Straße zu gehen. Und habe ich ein Stück Baumkuchen dort gegessen (man isst eigentlich nicht in der Öffentlichkeit, also war ich bemüht, relativ schnell zu essen). Zusammengefasst: Ich war ungeschminkt, vom Wind zerzaust, müde wegen den drei Prüfungen und wollte nach dem letzten Bissen eigentlich Richtung Bahnhof gehen, ALS mir eine Fernsehkamera ins Gesicht gehalten wurde (warum hab ich die nicht kommen sehen?…)! …(T_T) Wenn der Interviewer nicht größer als ich gewesen wäre und so gut ausgesehen hätte (hehe), wäre ich wahrscheinlich sofort geflohen, aber ich war schon mitten im Interview, als ich immer noch damit beschäftigt war, darüber nachzudenken, warum ich eigentlich so rot werden muss und warum der Mann mich von der Seite filmen muss, wo ich doch zwei Pickel habe und warum ich gerade tatsächlich Sailor Moon auf Deutsch vorgespielt habe (*heul*)… Ende vom Lied: Ich bin ca 20min gefilmt worden und zu allem Möglichen gefragt worden (mein Lieblingsessen in einer japanischen Bar: Edamame, Lieblingsanime: Sailer Moon, usw). Zum Schluss sollte ich noch mein Lieblings-Kanji (japanisches Svhriftzeichen) schreiben und nein, Laura schreibt nicht sowas Tiefründiges wie 縁(Schicksal) oder Bedeutsames wie悠(Ruhe und Gelassenheit). Nein nein. Laura schreibt das erste Kanji, das ihr einfällt, weil sie es oft schreibt und denkt, dass sie die Balance von dem Ding ganz gut drauf hat: 職 (Anstellung, Beruf, Beschäftigung). .. .. .. Ich bin doch ein Honk. Da hat man einmal in seinem Leben die Chance, sich als tiefgründigen und weisen Menschen darzustellen und was schreib und sag ich zugleich?! Ich mag das Kanji für Beruf, weil die Balance schön ist. Jaja. Und während der ganze Schwachsinn vor laufender Kamera so aus mir raussprudelt denke ich unentwegt: Ach Laura, was machst du da schon wieder. Du verhaust jede japanische Grammatik, die du sonst im Schlaf kannst, und erzählst dazu nur Schwachsinn.

Als das Ganze dann vorbei war, sind mir tausend tolle Sachen eingefallen, die ich hätte sagen können.

Witziger Weise habe ich erst gestern die Sendung im Fernsehen gesehen, für die das Interview gedreht wurde und ich werde mir dann wohl auch die Sendung anschauen, in der sie hoffentlich mein Interview auf die wenigen richtigen Japanisch-Passagen gekürzt und meine Pickel und Augenringe weggepickselt haben. Oh und mir wurde bereits mitgeteilt, dass sie meinen Namen nicht ラウラ (LA U LA) sondern ローラ(LooLA) schreiben werden, weil das ja die englische Version ist. Wenn sich bei mir demnächst nochmal ein Japaner beschwert weil er DaiSUke anstatt Daiske oder so ausgesprochen wird, werde ich auf diese Episode verweisen.

Oh, das hat gut getan. Da ich ja von hier weder den Uhrmacher noch die Neu-Bayreutherin anrufen kann, musste das jetzt für meinen Stressabbau herhalten.

Deshalb zu guter Letzt: Memo an Laura: Sich erstens in Shibuya nie wieder unbeaobachtet fühlen und zweitens bei dem kleinsten Anzeichen einer Kamera einfach losrennen. Danke.