gorilaura

Back in Japan

Reisen die zweite 23. Mai 2012

Filed under: Uncategorized — loerchen @ 3:23 am

25 Grad, strahlende Sonne und die Luft ist dank meiner fleißigen Heimgärtner-Nachbarn erfüllt von Rosenduft. Und was mach ich? Ich sitze hier, drücke mich vorm lernen, indem ich Blog schreibe, kalten Caffe Latte trinke und Rare-Cheese-Schuhcreme esse. Ja, Schuhcreme. Für mich ist das die beste Umschreibeform in unser Schriftsystem, obwohl es im japanischen Sprachgebrauch die Bezeichnung für eine Windbeutel-ähnliche Süßspeise ist. Und mit Rare-cheese hab ichs gerade zum ersten mal probiert und ich muss sagen, dass es bisher das leckerste war. Ach, das alles würde so viel besser zu einem Eintrag passen, den ich gerne schreiben würde… aber erstmal werden hier die Reisen wie versprochen abgearbeitet!

Nun (oder wie der Japaner sagen würde: sate sate), zum Reisen. Ich denke, es ist an der Zeit mal ein bisschen Informationen und gehaltvolle Inhalte auf meinen Blog zu bringen. Deshalb berichte ich nun über meine Reiseerlebnisse und Erfahrungen, sowie ein paar Tipps. Ich muss allerdings vorausschicken, dass meine Ausgangssituation offensichtlich anders ist, als Leute, die nur für Urlaub hier nach Japan kommen und wahrscheinlich auch kein Japanisch sprechen. Meine Ansprüche an Zeiten, Sehenswürdigkeiten und Finanzen sind deshalb etwas anders, aber ich werde trotzdem versuchen, dass die, die es interessiert, möglichst viel hier raus ziehen können.

Es gibt genau 5 Möglichkeiten in Japan rumzureisen (die, die nicht mit platten Informationen gelangweil werden möchten, bitte nach der Aufzählung weiter lesen).

  1. Shinkansen: wohl die angenehmste, aber mit auch kostspieligste. Ein Shinkansen ist ein Hochgeschwindigkeitszug, etwa wie der ICE, der es ermöglichkeit auf dem sehr gut ausgebauten japanischen Schienennetz in kurzer Zeit weite Strecken zurückzulegen.  Ein Beispiel: Tokyo-Kyoto. ca 2 1/2 std. ca8000yen (80Euro, eine Fahrt) Nachzuschauen auf http://www.jreast.co.jp/e/index.html
  2. normale Züge: Es gibt auf der gerade verlinkten Seite auch das Angebot des sogenannten seishun18-Tickets. Mit diesem kann man 5 Tage lang mit allen Zügen außer den Hochgeschwindigkeitszügen (Shinkansen) quer durch Japan fahren, was natürlich zeitauwendiger ist, aber nach Angaben von Freunden, sieht man viel mehr von der Umgebung, fährt durch schnuckelige Dörfer und hat mehr das Gefühl von Road-Trip. Nachteil: Man kann es nur im März und April benutzen, weil es ursprünglich so eine Art Ferienticket ist. Kostenpunkt: ca 11000Yen (110Euro). Man kann es auch nur in einer bestimmten Periode kaufen, deshalb lieber alle Infos auf der Seite gut nachlesen. Innerhalb Tokyo und um Tokyo herum gibt es auch viele Tagestickets, die sehr zu empfehlen sind. Zum Beispiel das Tokyo-Metro-Ticket für einen Tag: http://www.tokyometro.jp/en/ticket/value/travel/index.html (ca 6Euro), Tokyo-Nikko: http://www.tobu.co.jp/foreign/pass/all_pass.html, Tokyo-Hakone (2-3 Tage verwendbar): http://www.odakyu.jp/english/freepass/hakone_01.html
  3. Highway-und Nachtbusse (meine Art zu reisen). Die günstigste Variante von allen. Streng genommen sind Nachtbusse auch Highway-Busse, nur dass sie nur nachts fahren, weil sie längere Strecken zurücklegen müssen. Bei nahen Orten kann man den ganzen Tag mit einem fahren. Kosten und Zeiten für die Strecken, die ich zurückgelegt habe: Tokyo-Kyoto. 7std, Hin und Zurück 7000Yen (70Euro), Tokyo-Hiroshima. 14std eine Strecke 6000Yen. Okayama-Tokyo. ca 8std 4000yen. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: es ist mega-günstig. Im Prinzip sind die meisten Busse auch recht bequem und wenn man nicht so groß und „alt“ ist wie ich, lässt es sich auch relativ gut darin schlafen, da die Japaner um einen herum sehr leise und nicht störend sind. Trotzdem gibt es bestimmt bequemere Arten zu reisen und ich würde auf jeden Fall auf eine andere ausweichen, wenn ich das Geld hätte 😉 Die Firma, die ich empfehlen kann: http://jamjamliner.jp/index.html (Seite leider nur auf Japanisch)
  4. Flugzeug: Nationale Flüge sind relativ teuer und es gibt nur wenige Angebote. Trotzdem gibt es immer mal wieder günstige Flüge oder Komplett-Angebote. Und wenn man zum Beispiel von Tokyo nach Okinawa oder Hokkaido möchte und nur begrenzt Zeit hat, sollte man auf jeden Fall gucken, was es an Flügen gibt, da Züge, etc sich wohl nicht groß im Preis unterscheiden werden, bzw es schwierig wird mit dem Zug auf Okinawa (ziemlich südliche Insel) zu kommen ^^
  5. Auto. Mir hat das rumfahren mit dem Auto am besten gefallen muss ich sagen. Das liegt aber wahrscheinlich auch daran, dass ich nicht fahren musste ^^; In Japan ist Linksverkehr, Highways sind kostenpflichtig und wenn man kein Piepe-Ding in seinem Auto hat, mit dem man einfach durch die Schranken am Highway-Eingang fahren kann und die Gebühr automatisch abgebucht wird, muss man halt immer stehen bleiben und am Häuschen bezahlen. Außerdem ist Parken ein großes Problem, da man in Tokyo nur schwer Parkplätze findet und die dazu noch schweineteuer (je nach Ort mindestens 4 Euro für eine halbe std) und auch auf dem Land das Parken meistens kostenpflichtig ist. Aber! Wo sieht man schon Türme, deren Innenleben ein Autoaufzug ist, das heißt, die Autos werden durch ein Aufzugsystem gestapelt, um mehr Platz zu haben. Und wenn man durch die Dörfer und Städte und in Tokyo über die großen Highwaystraßen auf der Höhe des 7. Stocks eines Hauses fährt, sieht man einfach so viel mehr und man ist so viel ungebundener.

 

Sooo, also wenn das nicht mal informativ war. Und jetzt bin ich wieder egoistisch und schreib das, was ich interessant finde ;p

Also, ich bin gereist. Und zwar nachdem ich mit meinem Bruder an vielen Orten in Tokyo und in Nikko war, war ich mit Jessica und Sarah in Hakone: Dort sind wir viel rumgefahren, da es so Transportmöglichkeiten wie ein Piratenschiff, eine Seilbahn und so ner süßen Bimmelbahn gibt. Übernachtet haben wir in einem kleinen Ryokan, wo die Mitarbeiter auch Englisch sprachen und man abends in die heißen Quellen konnte, wofür Hakone und Umgebung neben dem Fuji berühmt ist. Wir hatten auch wirklich Glück, denn trotz dem vielen Schnee am Tag zuvor haben wir einen prächtigen Fuji gesehen, der irgendwie an einen Puderzucker-Berg erinnerte und ich für meinen Teil konnte ihn noch nie so schön sehen. Nachteil: Es war so bitterkalt und nass! Mein Gott haben wir drei Mädels gefroren in den zwei Tagen, aber wir hatten trotzdem Spaß.

 

 

 

Da ich schon über Kamakura geschrieben hatte, weil ich auch schon mit meinem Bruder da war, lass ich hier mal weitere Beschreibungen aus und kommezu den weiteren Zielen.

Mit Jessica war ich für zwei Tage in Kyoto, was uns beiden nach der Zeit in und um Tokyo richtig gut gefallen hat. Kyoto bietet alles, was man sich vorstellt unter Japan: Tempel, Schreine, kleine süße Sträßchen und natürlich Geishas! Wir waren so verzaubert von der Atmosphäre, der Übersichtlichkeit der Stadt und den geschwätzigen Menschen. Ah und außerdem von den vielen tollen Läden mit so viel süßem Krimskrams…Ohja, wir haben da Geld gelassen. Aber ich kann trotzdem nur jedem empfehlen sich für Gion (ein Stadtviertel) und die Sträßchen rund um den Kiyomizu-dera (meine nr.1 Empfehlung für Tempel) viel Zeit zu nehmen und zu stöbern. Nicht nur dass es so viele tolle Sachen gibt, dort haben wir auch die ersten Geishas in unseren Leben gesehen, die sich mit ihren Holzschühchen anhören wie kleine Pferdchen. Wir waren am Fushimiinari Schrein, der etwas außerhalb liegt, aber den Leuten, die „die Geisha“ gesehen haben, bekannt sein sollte wegen der vielen Toori (diesen roten Holztore vor Schreinen). Es sind wirklich unzählbar viele und wir haben es nicht mehr geschafft, durch alle durchzugehen, weil es dunkel wurde und es verdammt noch mal steil Berg auf geht! Im Sommer wären wir wahrscheinlich gestorben an Hitze und Mückenstichen, weil es am Rande eines Waldes ist. Aber die Atmosphäre, Leute, die Atmosphäre. Es war wirklich schön und besinnliche und hach, ich dachte mich kann in Japan nicht mehr viel beeindrucken, was sowas angeht, aber es war wirklich schön. Wir waren auch noch an ein paar anderen Schreinen und Tempeln und habe die erste Pflaumenblüte im Jahr gesehen, bevor wir abends wieder mit dem Nachtbus gen Tokyo sind.

 

 

 

 

 

Ok, da das hier schon wieder ins Unendliche ausartet, werde ich wohl noch einen dritten Eintrag zum Reisen schreiben 😀 Achja…wann lerne ich endlich, mich kurz zu fassen. Gut. Also, ihr dürft gespannt sein. Als nächstes kommt dann Hiroshima und Okayama.

Bis dahin!

Advertisements
 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s