gorilaura

Back in Japan

無沙汰をお詫び申し上げます–tut mir leid, dass ich lange nichts von mir hab hören lassen 21. Mai 2012

Filed under: Uni und Alltag — loerchen @ 2:43 am

Ihr Lieben,

Viel ist passiert. Aber vieles, das nicht auf einen Blog gehört. Neben Uni war es in meinem Privatleben nach den Ferien zu einem ziemlichen Durcheinander gekommen. Aber da es jetzt langsam wieder Bergauf geht, melde ich mich nun munter wie immer zurück (mein Arbeitskollege meinte, dass ich ja immer „genki“ (=munter, lebhaft, voller Energie) wäre, was mal wieder bestätigt, welch tolle schauspielerische Fähigkeiten ich habe ^^).

Nun, in letzter Zeit habe ich etwas mit Schlaflosigkeit zu kämpfen. Ich weiß selber nicht genau warum, aber ich schlafe im Schnitt nur noch so vier bis fünf Stunden, selbst wenn ich müde bin. Heute war das sogar von Vorteil, da ich unerwartet das zweite mal in meinem Leben die Chance hatte, eine Sonnenfinsternis mitzuerleben. Ich bin schon ein Glückskind, wo doch viele Menschen nicht mal einmal eine zu sehen bekommen. Wenn wir streng sind, habe ich aber auch nicht wirklich beide mitbekommen. 😀 Damals in Deutschland, als ich, glaub ich, in der sechsten Klasse war, war es so bewölkt, dass man nichts sehen konnte. Und heute um 7:30Uhr japanischer Zeit war es zwar nicht wirklich bewölkt, aber da alle dieser Sonnenfinsternis-Brillen ausverkauft waren, konnte ich nicht wirklich viel sehen. Und natürlich war auch mein Fotoapperat nicht aufgeladen, weshalb ich durch die Kamera meines Handys gucken musste und nicht wirklich viel erkennen konnte *lol*. Es war aber trotzdem eine gute Stimmung und so viele Menschen hatten sich auf dem Hügel in der Nähe meines Hauses versammelt, was irgendwie schön war.

Das linke Bild ist von einer Freundin geklaut und das rechte mit meiner bescheidenen Handykamera aufgenommen, bevor es richtig los ging.

Nun, was macht man sonst so, wenn man nicht schlafen kann. Man denkt nach. Über kleine und große Dinge. Und an einem Teil meiner Überlegungen möchte ich hier teilhaben lassen.

 

 

 

Was ich über mich hier in Tokyo erfahren habe:

  • Ich mag Erdbeeren mit Yoghurt und hab nichts dagegen, es jeden Tag als volle Mahlzeit zu mir zu nehmen (in Japan ist irgendwie immer Erdbeersaison, so dass ich schon seit vor Weihnachten mir einmal wöchentlich den Luxus von 3-Euro Erdbeeren mit 1,50Euro Yoghurt gönne. Ist zusammengerechnet fast genau so viel wie eine normale Mahlzeit kosten würde und ich glaube, dass ich dank der regelmäßigen Zufuhr von Vitaminen nicht so oft krank geworden bin, wie die anderen, die hier sind)
  • Spazieren ist meine Lieblingsbeschäftigung. Immer wenn man mich in der Vergangenheit gefragt hat, was meine Hobbies sind, hab ich immer das übliche gesagt, wie lesen oder Filme. Aber ich glaube, nichts entspannt und bereichert mich so sehr, wie stundenlang durch die Gegend zu laufen. Auf meinen Spaziergängen wird mein Kopf frei, ich sehe viele neue Dinge und Menschen, habe schon tolle Gespräche mit fremden auf Spaziergängen gehabt und selbst ich, die sich immer verläuft, bekommt ein Gefühl für die Entfernungen in dieser riesen Stadt und ich kenne sogar mehr verborgene tolle Winkel als so mancher Japaner. Und in einem Land, in dem abends der letzte Zug um ca12Uhr fährt, ist es auch sehr nützlich zu wissen, wie man von A nach B kommt und wie lang es dauert. (Tamachi-Harajuku: mit der Bahn: 15min, zu Fuß: ca eine Stunde. Shibuya-Yotsuya: ebenso, etc) Ich glaube, durch meine Spaziergänge bin ich auch in der Lage, den Leuten, die mich besuchen, so viel zeigen zu können und nicht, weil ich hardcore Sightseeing gemacht hab.

wenn man in Japan ist, denkt man selbst als Frau darüber nach, sein Gesicht zu rasieren. Jeder Mensch hat Gesichtsbehaarung. In meinem Fall ist es blonder Flaum, der im Höchstfall mal in der Sonne glitzert. In japanischen Bahnen wird man nun aber nur so mit Werbung zugeballert und da es nun im Durchschnitt immer so um die 22Grad ist und der heiße Sommer vor der Tür steht, wird für Achselenthaarung, etc geworben. Und gestern fällt mir doch der Spruch ins Auge: ホッペ毛は無駄毛(die Haare auf deiner Wange sind unnötige Haare). Und da die geballte Weiblichkeit um mich herum, hier immer so schön zurechtgemacht, unschwitzend, selbst bei Wind und Feuchtigkeit perfekt frisiert und und und ist, grübel selbst ich von Zeit zu Zeit mal darüber nach, ob ich mehr aus mir machen könnte :D hier ist die TV-Werbung zu den Zugwerbungen: http://www.youtube.com/watch?v=p7Eoh-S9E-I

Was ich über andere in Tokyo erfahren habe:

  • Frauen mit Stöckelschuhen hören sich an wie kleine Pferdchen, wenn sie zu zweit gehen. Dank der Einfachverglasung von japanischen Fenstern (in Hokkaido haben sie angeblich wegen der starken Kälte normale Mehrfachverglasung) habe ich oft das Gefühl, auf der Straße zu sitzen, obwohl ich in meinem Bett liege.  Und wenn dann abends nach dem letzten Zug die letzten Mädels oder morgens früh die Business-Damen an unserem Haus vorbeistöckeln, habe ich schon oft im Halbschlaf gedacht, was die Pferde da draußen machen.
  • Katzen hören sich an wie Babies. Da ich ja selber lange Zeit Katzen-Frauchen war, war mir das zwar bis zu einem bestimmten Punkt bewusst. Aber seitdem die Temperaturen steigen und es Frühling geworden ist, habe ich das Gefühl, dass eine Armee Babies in meiner Nachbarschaft die Gegend unsicher macht. Es gibt sehr viele streunende Katzen in Japan und sind nicht immer gern gesehen. Witziger Weise glauben die Japaner, dass sie die Katzen von ihren Grundstücken fern halten können, wenn sie überall Wasserflaschen aufstellen. Ernsthaft. Man sieht oft ganze Gärten von fiesen Wasserflaschen eingezäunt, weil Katzen ja kein Wasser mögen deshalb dann nicht rein kommen XD
  • Nicht alles ist wie es zu sein scheint. Bestes Beispiel: Die Pöller in Tamachi und Mita, wo sich meine Uni befindet. Es ist immer wieder lustig, wenn einer der anderen Austauschstudenten diesen erleuchtenden Moment hat und sich aus irgendeinem Grund gegen einer der vielen Pöller versucht zu lehnen oder setzen und dabei fast umfällt. 😀 Die Dinger sehen aus wie Stein oder Metall, sind aber komplett aus Gummi, wo ich mich frage, ob sie dann noch wirklich ihre Aufgabe voll erfüllen können. Ich habe das ganze zwar schon bereits vor einem halbe Jahr herausgefunden, aber wenn zum Beispiel wie Lisa letzten Samstag jemand vollkommen fasziniert auf mich zukommt und mir über seine Entdeckung berichten möchte, kann ich trotzdem noch immer wieder mitlachen und den Kopf schütteln.

 

So viel dazu. Sorry für diesen random Eintrag mit minderwichtigen Informationen. 😀 Aber so Kleinigkeiten gehören ja schließlich zum Leben dazu, zumindest zu meinem. Und ich hoffe, dass ich beim nächsten mal, vielleicht wieder etwas von mehr Interesse schreiben kann. Maybe hole ich den Reisebericht nach ^^

Und zum Schluss noch ein paar random-Fotos. Bitteschön

 

 

 

 

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